Und dennoch sind meine Tage gezaehlt.
Fuenf Wochen verweile ich noch in Melbourne bervor mich der Wind nach Indonesien weht.
Ein wenig Wehmut liegt da schon in der Luft.
Eingelebt hat sie sich.
Mich hats doch tatsaechlich nach 3 Monaten Couchsurfing in mein "fast" eigenes Bett geschleudert. Naja eigentlich bin ich da eher hinein geschliddert.
So richtig mit Zimmer und so. Jaa. Fortschritte macht sie, wo sie doch auch wieder Kohle verdient.
Mein Ruecken war schon ganz bettlaegerig sehnsuechtig.
Somit wohn ich jetzt in Richmond, in einem wunderbaren kleinen Haus mit Garten. Schoen ist es.
Mein kreativer Hausherr, der fuer ein paar Wochen die deutsche Kultur geniesst und Heimatluft schnuppern wollte, vermach mir sein Reich.
Ich schlafe auf Paletten von Ikea und mein Kleiderschrank besteht aus Leergutkisten.
Es ist traumhaft simpel.
Das verrueckte Moebelhaus haelt immer wieder Ueberraschungen bereit.
So schockiert es mich auch gar nicht mehr, wenn Kunden vor meinen Augen zehn Verpackungen des einen und selben Stuhls aufreissen, weil sie sich nicht sicher sind, ob dieser wirklich in ihrer gewuenschten Farbe sei. Ein wenig latent agressiv begebe ich mich dann stets auf den Weg in Richtung Vollidiot um Ihm meine Hilfe anzubieten.
Ich darf die kreativsten Arten von "Wie Packe ich ein 2 m langes Paket in einen Einkaufswagen?" bestaunen, wenn sie nicht am besten gleich die Mitarbeiter fragen , ob diese so nett waeren und das
60 kg Leichtgewicht mit ihnen zur Kasse tragen wuerden.
Was passiert dann eigentlich nach der Kasse? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren...
Ganz Melbourne leidet an Rueckenproblemen, die meine deutschen Mitbuerger, wie folgt meinen Australischen Kollegen schildern : "Excuse me, can you help me? Can you help me to lift zings on my trolley. I had a hexenschuss, yesterday. I can't do zis on my own."
Ich hab da ja so meine Theroie. Sobald Kunden den Eingang von Ikea passieren, werfen sie ihr Gerhirn in eine grosse Schuessel, welches sie dann wieder am Ausgang mitnehmen.
Sie kommen in Scharren, kaempfen wie Irre um ihre Stammplaetze im Restaurant, befinden sich im Ehestreit, da Kerzen nicht zur Tischdecke passen, sie zerstoeren, schmieren ihre Exkremente an Waende, schreien, stoenen, leiden am akuten Sprachverlust und sind ganz fern von jeglichen Orietierungssinn.
Ich komm mir vor wie im Zombieland.
Umso besser, dass ich mich so wohl fuehle und die Stadt mich mit unglaublich tollen Menchen, gemuetlichen Bars, leckerem Essen, grossartiger Musik und Kunst verwoehnt.
Oft verweile ich ewig in Bars, lausche den Straßenmusikanten oder spaziere am Meer oder im Park umher.
Ich freue mich auf den Sommer in Melbourne. Die Stadt wird dann noch viel grossartiger sein.
Aber erstmal geht es von dem Winter in den Sommer, dank Bali. Traumhaft.
"Sie hatte herausgefunden, daß es zwei Dinge gibt, die einen Menschen
daran hindern, seine Träume zu verwirklichen: der Glaube, sie seien
ohnehin unerfüllbar, oder wenn diese durch eine unerwartete Drehung des
Schicksalsrades plötzlich doch erfüllbar werden. In solchen Augenblicken
bekommt man Angst vor einem Weg, von dem man nicht weiß, wohin er
führt, vor einem Leben voller unbekannter Herausforderungen, davor, daß
vertraute Dinge für immer verschwinden könnten..."
In den vergangen Wochen sprudelte es nur so in meinen Kopf voller Gedanken. Ich hatte die fasziniertesten Vorstellungen, die auf Zwaenge und Realitaet aufbrallten, welche mich aber nicht davon abhielten wieder in die Fantasie zu entfliehen.
Zwei Wochen bevor mein Flug nach Buenos Aires endlich abheben sollte, passierte es.
Jeden Tag ging ich zur Arbeit, jeden Tag nahm ich mir vor zu kuendigen und jeden Tag kam ich nach Hause und hatte meinen Job immernoch.
Jeden Tag sagte ich von neuem: "Morgen sei es soweit!"
Immerwieder durchstoeberte ich jedoch in meiner Kaffeepause verschiedenste Gedankengaenge, die ich ausnahmsweise wohl geordnet im meinen Kopf wieder fand.
Fuer einen Augenblick erschien alles so klar, logisch und unanfechtbar.
Mir wurde bewusst, dass mir der Mut fehlte auf mein Herz zu hoeren.
Mein Handeln war wie gelehmt von den verwirrenden Gedanken und Gefuehlen, die mich jeden Tag wie ein Schatten verfolgten und stichelten.
Ich kuendigte an diesem Tag nicht. Stattdessen stornierte ich meine Fluege nach Suedamerika und verschob diese Reiseroute in greifbare Ferne. Es fuehlte sich gut an.
Ich kalkulierte wie verrueckt im Zahlenhemd Budgets fuer ein weiteres Jahr Abenteuer.
Ich bin zu einem Junkie auf Skyscanner.com geworden.
Mein imaginaerer prallgefuellter Wunschkleiderschrank voller Schuhe und Kleider, der mein Herz hoeher schlagen liess, tauschte ich in meinen errungenen Schatz voller Flugtickets ein.
In den letzten Tagen buchte ich fuenf Flugtickets.
Ich bakam Adrenalinstoesse beim Geburtstagsspecial von Jetstar und tanzte nackig um den Computer bei meiner liebelings Menueauswahl auf Skyscanner: "Datum: ganzes Jahr; Zielort: beliebig".
Warum gehen Leute eigentlich ins Casino, wenn man die Moeglichkeit hat Glueckrad mit der Suchmaschine fuer Reiseziele zu Schnaeppchenpreisen zu spielen?
Ich glaube fuer mich sind die vielen neuen Moeglichkeiten ein echter Lotteriegewinn.
Somit gehts fuer mich im August erstmal sechs Wochen nach Inonesien.
Das 5 - Gaengemenue besteht aus Bali, Lombok, Gilli Islands und Flores.
Als besonderes Dessert gehts noch einmal zurueck nach Thailand, wo ich Ende September dann in den Flieger nach Berlin steige.
Ich komme im Oktober nach Hause. Und ich freue mich wahnsinnig auf Euch!
Vier Wochen werde ich dann mal wieder, dank Euch, richtige Herzenswaerme schnuppern.
Ende Oktober laeute ich dann die naechste Runde fuer mein Abenteuer ein.
Ich werde nach Bejiing fliegen und ein bis zwei Wochen in China verweilen, bevor es dann zurueck nach Melbourne geht.
Wahrscheinlich werde ich dann erstmal wieder am Imbusschluessel drehen, der fuer mich neue Tueren und Moeglichkeiten bereit haelt.
Vielleicht stuelpe ich mir aber auch noch einmal das richtige Backpackerkostuem ueber und reise durchs Land.
Mitte Februar 2013 werd ich mich dann wieder als richtiger Backpacker wiederfinden und Australien verlassen.
Wohin die Reise geht? Das bleibt erstmal noch ein Fragezeichen.
Ich bin mir sicher mein Schicksalsrad wird sich drehen und haelt Traeume fuer mich bereit.
"Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Tram,
mein Zuhause, mein Block, meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine
Welt reicht vom ersten bis zum 16. Stock"
- Freunde da draußen, fuehlt Euch geherzt! -
Ich versuche Euch ma wieder mit geistreichen Gedankengaengen zu belaestigen.
Also Obacht und aufgepasst!
Ich hab da ma nen Reim gemacht!
Ich bin ma wieder Tram gefahrn, immer der gleiche kram - staendig voll. Toll!
Vollgepackt mit allen Nationalitaeten aus fremden Staedten.
Aus der ganzen Welt, weil Melbourne gefaellt.
Doch Australien ist teuer, erschreckt ein als Ungeheuer
Geld verdien is angesacht. Die Metro ist vollbepackt.
Alle sind sie da, wolln ran an den Speck. Die Stadt hats Interesse geweckt!
Und ich bin Mitten im Getuemmel, jeden Tach der gleiche Schlach.
Ins Gesicht! Erst der Kaffee, dann die Schicht!
Doch im ganzen Groesenwahn, sind all die anderen mit in der Bahn.
Es
wird gequatscht in tausend Sprachen, das Gehoer mit schmerzhaften
Tophits aus der Charthit 500 beschallt, Asiaten schmatzen mit Gewalt ihr
Kaugummi in dein Gesicht, du ahnst es nicht!
Omi brauch nen Sitzplatz, der Dicke, hinten in der Reihe, schwitzt Axel ins Gesicht fast!
Komische Gestalten drohen mit Gewaltaktivitaet - die keiner versteht, nicht ernst zu nehm den Kinderkram, versuchs doch in ner andern Tram!
Der Typ gegenueber grinst mir ins Gesicht - ich denk nur Arschgesicht!
Was willste denn?! Hast nen froehlich Tach?!
Schoen fuer dich! - Ich verstehst nur nicht!
Es ist 7 uhr! Ich brauch Ruhe!
Der
Kaffee wirkt noch nicht! Also geh mir aus der Bahn, ich will nur fahrn,
weiter kommen, ankommen, nicht zu spaet kommen, puektlich sein - und
einfach erstma auf arbeit sein.
Dann weiter sehn. Irgendwie wirds schon gehn. Meine Laune wird bersser von Tasse zu Tasse,
Ich fuehl mich zu Feierabend klasse und dann kanns los gehn mit der Froehlichkeit, die dir ins Gesicht knallt.
Dann guckste erstma bloed, wa?!
Wat will die denn jetzt?! Spielt hier den Grinsepeter!
Wat willst du denn jetzte?! Du Verraeter!
Schau dich doch einfach ma um? Wat sitzt denn hier rum?!
Da
ham wir nen Maedel - nichts im Schaedel, uebelst
Geschminkt, ihre liebelings Farbe ist pink - kein Geschmack! Sie sieht
aus wie ein Frack!
Vielleicht trifft sie die interlektuelle Erscheinung im Anorak.
Er wirkt nachdenklich angestrengt, abgelenkt und doch interessiert in die Menschheit, die sich ihm leider abneigt!
Ihr sollet Kathrine kennenlernen, sie will sich sehr gern vermehren.!
Schmettert sie Dir nur so den Hack Pie ins Gesicht! Du ertraegst es nicht!
Es sei denn du bist auf Drogen, dann fuehlst dich wohl gut aufgehoben.
Wie
Johannes voller Pilln, sucht er seine Pupillen, lässt seine
Gesichtsmuskulatur tanzen, trägt stolz seinen Backpacker Ranzen und jagt
die Bahnschienen, die vorbeirauschen in Hoffnung diese zu belauschen.
Volltrunkene Vaeter spielen Hackepeter mit ihrem Kind.
Mutti gefaellts, schoen assozial dabei zu sein!
Sie meinen, sie sein als Eltern fein!
Das Abteil ist voller Aktivitaet, die keiner ertraegt.
Wann kommt nur meine Station?! Wo bleibt mein Arbeitslohn?!
Ich will nur raus aus dieser Bahn - voller Wahn!
Jeden Tach ist das gleiche angesacht.
Da
musste erstma klar kommen, loskommen, entkommen, du wirkst ganz
benommen, siehst verschwommen und wirkst dehydriert, manchmal fasziniert
und dann doch leztenendes frustriert.
Eingetaucht ins Apartementleben, schnuppert Sie die Luft der Grossstadt, streunert durch die Gassen, laesst sich von der Tram kutschieren und schuppst die Palletten in der Selbstbedienungshalle froehlich umher, wenn Sie nicht gerade zur Happy Hour von Pub zu Pub huepft, beim Pferderennen Ihren Gewinn gleich mal wieder verliert oder im Stadion die wildgewordenen Footballer bezirst....
So oder so aehnlich bin ich angekommen in meinem neuen zu Hause und geniesse mein Leben am anderem Ende der Welt...
In einer Stadt, die niemals schlaeft, die mich jeden Tag von neuen entzueckt und mich mit ihren unterschiedliche Facetten ueberrascht.
Vielleicht hat sich der ein oder andere von Euch etwas gewundert, dass ich immernoch in Melbourne bin und nicht schon laengst im Flieger nach Buenos Aires sitze.
Dieser waere eigentlich am 04.04.2012 abgehoben und haette mich ins naechste Abenteuer gefeuert.
Mein Plaene haben sich mal wieder ueberschlagen und nach vielen Purzelbaeumen und akuter Entscheidungskrisen, hab ich all meine Fluege und Ideen auf Anfang Mai verschoben.
Der Grund dafuer lag hauptsaechlich in der Finanzkrise, die mich nun doch nach langer Jagd und guter Tarnung in Asien, erwischte. Mir heatte es eigentlich gerreicht das Schauspiel in Europa aus der Ferne zu verfolgen. Doch nun fuehle ich mich wie Griechenland und das Arbeitsleben hat mich zurueck erobert.
Meine Gluecksstraene liess mich allerdings nicht lange lockig, flockig in der Luft haengen, sondern ereilte mich relativ schnell mit einem Jobinterview fuer den schwedischen Riesen.
Bei purer Ahnungslosigkeit ueberzeugte Sie mit voller Tatendrang und ergatterte ihr privates Fitnessstudio in der Selbstbedienungshalle.
Dort angekommen, zieh ich schoen die Pappe aud den Regalen, tape die Pakete, die von meinen lieblings Kunden ma wieder schoen zerrupft worden, da man ja nie sicher sein kann ob es wirklich die Farbe ist, die tausendfach kommuniziert wurde.
Aber wer liest heut zu Tage schon gern, achtet auf Kommunikationen oder fragt doch einfach mal das freundliche, hilfsbereite Germangirl am Informationsstand oder sucht sie in einen der Hochregalen, wenn sie mal wieder mit der Palette oder die Palette mit ihr kaempft.
Nach zwei Wochen Pakete schleudern und Hubwagen schwingen, fuehle ich mich wie Arnold.
Ich sehne mich nach "More Energie" und es geht immer mal wieder "up" and "down"....
Ich lasse meine Huepften um den Imbus kreisen, spiele "LKW ziehen auf DFS", wenn ich als Nachtschwester die Paletten nach Ladenschluss aufeinander wuerfel und kaempfe mit den Akkubohrer, wenn ich nicht grad mit den Hammer Kunden jage.
Ja, es ist ein wenig wie zu Hause.
Ein ganz normaler Tag bei Ikea ist auch hier gepraegt von intelligenten Kundenfragen.
" Nein, ich habe keine Ahnung, ob es in dein blaues Auto passt.
Probier doch mal das gruene von Mutti!"
"Ja, ich arbeite hier und nein ich wurde nicht geknebelt und in meine farbenfrohe Streifentracht gezwungen."
"Nein, Du musst nicht bis ganz nach oben ins Regal klettern, um deinen Pax Kleiderschrank auf deinen Ruecken zu schnallen und wie Peter Pan zur Kassenlinie fliegen..."
Naja, ohne sie waere der Tag ja auch manchmal nicht so erfrischend komisch.
Neben meiner neuen Vollzeitkarriere als Palettenkoenigin, erfreue ich mich an meinen WG Leben mit Tyson.
Wenn wir beide frei haben, versuchen wir uns mit absoluten Nichtstun auf der Couch.
Verabreden uns nach Feierabend zum Dinner oder Pub Crawl mit Freunden.
Bei vollgeladener Energie geht es ab und an zum Pferderennen, um sein Pferd Naringaling von der Buehne aus siegen zu sehen oder einfach nur sinnlos Geld beim Wetten zu verlieren.
Beim Football ertappen wir uns im wilden herumgegroehle, besuchen Mutti und Vatti zum Dinner, schmusen mit Chin Chin oder tanzen uns bei lauter Musik im Wohnzimmer alles aus der Seele.
Manchmal sind wir fast ein Ehepaar (ich die Putze, er der Koch)^^, manchmal kleine Geschwister, die sich staendig kappeln und manchmal einfach nur stink normale Mitbewohner.
Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich seine Couch fuer fast zwei Monate "surfen" darf und nicht in ueberteuerten Hostels im 6 Bett Zimmer mit gruseliger Einrichtung und sprechenden Matratzen naechtigen zu muessen.
Melbourne ist kunterbunt, laut, verrueckt und gegensaetzlich.
Ich mag das Leben hier und es tut gut mal wieder an einem Ort laenger zu verweilen.
Nun steht Ostern vor der Tuer, ich arbeite natuerlich, wie es sich fuer einen ordentlichen IKEANER an Peaktagen gehoert.
Hoffe hier tobt der Baer und ich kann ein paar Kunden mit meinem Tape knebeln, bevor sie die Regale einrennen und mit Paketen um sich schmeissen.
Aber nun erstmal noch ein paar Momentaufnahmen fuer Euch!
Melbourne
yummy!
Auf und ab gehts zur Great Ocean Road
Kochen am Meer, schoen ist dit!
Mein treuer Reisekompane
wusste nicht ganz so recht, ob die ein oder andere Spinne mich anspringt...
12 Aposteln
da warn sie wieder vereint!
und verrueckt!
shopping
und dafuer gibt man dann sein Geld aus ;)
Frau Ulke mal wieder....
Tyson hat auch nen Geschenk gekriegt...
Naringaling
mal gewinnt man mal verliert man, aber ohne wetten waer es ja nur halb so spassig...
Naringaling aussser rand und band
am wetten...
Mein lieber Mitbewohner und bester Gastgeber...
ja da warn wir schon entzueckt von der Stadt ;)
Melbourne bei Nacht
Posing
Carlton vs. Richmond
Chin Chin
Ich lass bald wieder von mir hoeren....
Habt schoene Ostertage und lasst es Euch gut gehen.
wuensche ich Euch von der anderen Seite der Welt...
Ich muss gestehen ich war etwas nachlaessig mit dem Bloggen in den letzten Wochen und habe einfach viel zu viel unfassbar tolle Dinge erlebt, um sie alle niederzuschreiben.
Von Koh Lanta ging es erstmal Ende Januar weiter nach Kuala Lumpur, wo ich nach drei Tagen mich auf ins unfassbar schoene Indonesien machte.
Java war nochmal ein besonderes Erlebnis fuer das Ende meiner Suedost Asien Reise.
Ich war oft die einzige Weisse in diesem Land.
Ich bin mir sicher, dass ich diesen Kulturschock am Anfang meiner Reise nicht so leichtfuessig hingenommen haette und mich einfach hinein ins Abenteuer gestuerzt haette.
Es gab nur oeffentliche Verkehrsmittel, sodass ich oft zwischen Zigarettenqualm, Huehnern, Bettlern, Musikern und Verkauefern, mich in den Bus quetschte.
Die Locals waren fasziniert von meiner weissen Haut und fragten oft nach Fotos oder plauschten mit mir ueber das Leben in der westlichen Welt.
Ich hatte sehr bewegende Erfahrungen und tiefsinnige Gespraeche mit den Einheimischen ueber ihre Kultur, ueber das Leben und der Definition von Glueck.
Sie nahmen mich in Ihrem Land so warmherzig auf und baten mir stets ihre Hilfe an, so dass ich mich schnell sehr wohl fuehlte.
Am lezten Tag in Java nahm ich die Faehre nach Denpasar.
In meinen Kopf kerten all die wunderbaren Erinnerungen zurueck, die ich die letzten 4 Monate in Asien erleben durfte.
Wehmut lag in der Luft.
Ich realisierte wie dankbar ich bin, all die Erfahrungen sammeln zu duerfen und wie sehr ich mich in der Kultur wiedererkannte und mein Leben dort genoss.
Ich werde mein ganzen Leben davon zehren.
Am 17.2.2012 war es dann soweit ein neues Kapitel meiner Reise oeffnete sich und ich startete mein Australienabenteuer in Perth.
Angekommen am Flughafen entzueckten mich zwei Herzdamen mit Schildern in den Haenden: "Paddellino".
Wenn man so fern von der Heimat ist und auf einmal zwei ganz tolle Menschen vor einen stehen, die man die letzten Monate sehr vermisste, bekommt man das Gefuehl zu Hause zu sein.
Es fuehlte sich so an, als waeren wir alle drei nie weg gewesen und das war mit das schoenste Gefuehl.
Wir pennten die naechsten 4 Tage in verschiedenen Parks im Auto, fruehstueckten und kochten dort und befanden uns eigentlich immer draussen.
Ich schnupperte die Luft vom wilden Backpacker leben. Es fuehlte sich gut an.
Alles wird irgendwie so nebensaechlich. Du bist gluecklich, wenn du einen Park findest, der neben Toiletten, auch Duschen hat. Freust Dich ueber Schnaeppchen im Supermarkt und kannst entspannen, wenn der Ranger dich nicht gleich in der ersten Nacht verwarnt, sodass Du nach einem neuen Schlafplatz suchen musst.
Manchmal kommen Leute vorbei und interessieren sich fuer deine Reise und Leben.
Sie stecken Dir ihre Telefonnummer zu, um Dir eine warme Dusche anzubieten.
Australier sind wahnsinnig freundlich und hilfsbereit.
Ich habe grossen Respekt fuer Maika und Johanna, die nun schon fast 7 Monate dieses Art Leben leben und Ihr Auto ihr zu Hause ist.
Danke meine Lieben fuer ne geile Zeit, die viel zu schnell vorbei ging.
Die letzten vier Wochen vergingen mal wieder wie im Flug und neben Abentueren, faszinierender Landschaft und grossartigen Menschen, konnte ich auch ein wenig Geschichte und Kultur schnuppern.
Ich setzte meine Reise von Perth nach Cairns fort.
Dort traf ich auf meine Todeckbustour Crew und wir starteten unsere Reise entlang der Ostkueste bis Sydney.
Es waren zwei unglaubliche Wochen. Neben unfassbar traumhaft schoenen Straenden, segelte ich auf und davon, tauchte mit Schildkroeten und Haien am Great Barrier Reef, versuchte mich als Cowgirl und erhaschte das grossartige Gefuehl beim Surfen.
Die Rinderfarm war mit der schoenste Ort den ich besuchte.
Es war so wie ich mir das Outback und das Farmleben vorstelle.
Wir lauschten den Gitarrenklaengen bei Lagerfeuer, lernten Schiessen, mit der Peitsche um zu gehen, dass Lasso zu schwingen, cruisten mit dem Quad bike in der wallachei herum und hatten die ein oder andere Rodeo Challenge.
Die Farmer waren nen ganz schoen verruecktes Volk.
Einen Morgen tapste ich verschlafenderweise zum Kaffe, ziemlich gechillt und tiefenentspannt.
Bis auf ein mal neben mir mal kurz der Pfau mit dem Gewehr erschossen wurde, der den Farmern schon laenger auf den Sack ging.
Kurz zerrupft das Ding und ab damit auf den Grill.
Abends gabs manchmal auch Possum oder andere koestlichkeiten die man im Wald fand.
Sie sind hart im neben, wirken alle ein wenig Alkoholkrank, aber liebenswert und der Job auf der Rinderfarm ist definitiv keiner fuer Weicheier.
Nach der Farm ging es weiter zu den Fraser Islands. Wunderschoen, jedoch regnete es den gottverdammten Tag und ich erkundete den Regenwald im Regen - klingt nun eigentlich auch gar nicht so verkehrt, wa.
Oft gings von der Idylle und Natur ab in die Grossstadt und der Regenwald wurde mal kurz in Wolkenkratzer ausgetauscht.
Bevor wir Sydney erreichten, ging es noch zwei Tage ins Surfcamp. Ich habe es geliebt und werde definitiv bald zurueck aufs Board. Es war einer der Gefuehle, die du nie vergisst. Die Sonne ist grad aufgegeangen, du nimmst dein Board und reitest die ersten Wellen. Um dir ist nichts.
Eins mit der Natur.
Ok, da waren noch die andern 20 Leute von meiner Tour und mein Surflehrer, haha.
Aber die hab ich ma kurz ausgeblendet.
Es war ein grossartiger Trip und ich durfte mal wieder wunderbare Menschen kennenlernen und freu mich dass ich mit einem kleinen Teil von ihnen nun zusammen in Melbourne bin.
Melbourne ist eine traumhafte Stadt mit Charisma. Es gefaellt und das Leben fetzt!
Ich wohne bei Tyson, den ich in Thailand kennenlernen durfte und teile mir das Wohnzimmer mit Chin Chin, seiner Katze.
Ich geniess das Leben hier und bin gluecklich mal wieder Apartmentluft zu schnuppern.
Naechste Woche hat mich die Arbeitswelt wieder und ich arbeite mal wieder ein wenig im Gelb Blauen Bunker. Neben diesen Job, konnte ich noch ne Art Callcenter Job ernten.
Das schoene ist, ich arbeite von zu Hause und kann mir die Zeit einteilen. Ein Traum.
Busy ist sie...
Nach Melbourne geht es weiter nach Suedamerika und ich freu mich schon jetzt auf meinen naechsten Kulturschock.
Was das angeht ist Australien angenehm vertraut. Gut die paar giftigen Tierchen sind vielleicht etwas aussergewoehnlich, aber man vergisst ganz schnell, dass es um einen herum nur so kriecht und schleicht.
Tyson sagte er habe eine Red Back auf seinem Balkon, gut dass ich die Balkontuer immer auf habe ^^
Australien ist ein Traum und ich freue mich noch einige Wochen hier zu verweilen.
Ganz feste, warme Umarmung und ein wenig Countrymusic fuer Euch auf die Ohren!